Ratgeber

Grundstücksmarktbericht Köln 2026: Was er über die rechte Rheinseite verrät

7.831 Kaufverträge und 5,68 Milliarden Euro Umsatz: Der Kölner Markt hat sich 2025 erholt. Der amtliche Bericht zeigt aber auch, dass die rechte Rheinseite anders tickt als die linke.

Verfasst von Julian Hoffmann, Patrick Stark und Thomas Ginczek, Gesellschafter der JPT Immobilien GbR · Stand 14. September 2026

Was der Bericht ist

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Köln wertet jedes Jahr alle notariell beurkundeten Kaufverträge im Stadtgebiet aus – Notare müssen sie ihm übermitteln. Daraus entsteht der Grundstücksmarktbericht, die belastbarste öffentliche Quelle zu tatsächlich gezahlten Preisen. Der Ausschuss ist ein unabhängiges, nicht weisungsgebundenes Gremium auf Grundlage der §§ 192 ff. BauGB; er beschließt außerdem die Boden- und Immobilienrichtwerte und erstattet Verkehrswertgutachten.

Köln 2025: Erholung mit Unterschieden

Der Bericht 2026 spricht von einer anhaltenden Stabilisierung und Erholung in einigen Teilmärkten. 7.831 Kaufverträge bedeuten ein Plus von 8 Prozent, der Geldumsatz stieg um 21 Prozent auf rund 5,68 Milliarden Euro. Dass der Umsatz stärker wächst als die Zahl der Verträge, deutet auf mehr Abschlüsse in höheren Preisklassen hin.

JahrKaufverträgeGeldumsatz
20218.1466,70 Mrd. €
20226.8904,35 Mrd. €
20235.9183,56 Mrd. €
20247.2264,68 Mrd. €
20257.8315,68 Mrd. €

Der Tiefpunkt lag 2023. Seither geht es aufwärts, das Niveau von 2021 ist aber noch nicht wieder erreicht.

Die rechtsrheinischen Stadtbezirke

StadtbezirkKaufverträge 2025GeldumsatzAnteil am Kölner Umsatz
7 – Porz872381,6 Mio. €7 %
8 – Kalk659322,7 Mio. €6 %
9 – Mülheim834477,8 Mio. €9 %
zum Vergleich: 1 – Innenstadt (mit Deutz)1.1431.478,7 Mio. €26 %

Porz, Kalk und Mülheim kommen zusammen auf 2.365 Kaufverträge und knapp 1,18 Milliarden Euro Umsatz – rund 30 Prozent aller Verträge, aber nur rund 21 Prozent des Kölner Geldumsatzes. Pro Vertrag wird rechts des Rheins also deutlich weniger Geld bewegt als etwa in der Innenstadt.

Preisentwicklung: rechts des Rheins eigene Wege

Kennzahl 2025linksrheinischrechtsrheinisch
Immobilienrichtwerte Ein- und Zweifamilienhäuser+ 3 % (einschließlich Deutz)knapp + 6 % (ohne Deutz)
Bodenpreisindex individueller Wohnungsbau+ 3 %− 5 %

Stadtweit stiegen die Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen um 3 Prozent; Neubauwohnungen wurden rund 450-mal verkauft, 22 Prozent häufiger als 2024. Beim Bodenpreisindex für Geschosswohnungsbau gab es keine Veränderung, Gewerbe-Bodenrichtwerte blieben überwiegend gleich.

Auffällig ist der Gegensatz rechts des Rheins: Fertige Ein- und Zweifamilienhäuser legten mit knapp 6 Prozent am stärksten zu, während das Bauland für solche Häuser um 5 Prozent nachgab. Das bestehende Haus ist gefragt, das unbebaute Grundstück angesichts hoher Baukosten weniger. Der Bericht betont zudem, dass sich die Preise innerhalb der Stadt uneinheitlich entwickelt haben und in einzelnen Bereichen auch gesunken sind.

Drei Begriffe, die oft verwechselt werden

Grenzen des Berichts

Was das für Verkäufer bedeutet

Es wird wieder gekauft – auch rechts des Rheins. Der Bericht warnt jedoch, die Preisfindung sei in zahlreichen Teilmärkten weiterhin eine Herausforderung. Gerade bei uneinheitlicher Entwicklung entscheidet der realistische Startpreis darüber, ob ein Verkauf zügig gelingt. Maßgeblich ist der Preis für die konkrete Immobilie in ihrer Straße, nicht der Kölner Durchschnitt. Preisniveaus je Stadtteil finden Sie auf unseren Stadtteilseiten.

Häufige Fragen

Was kostet der Grundstücksmarktbericht Köln?

Der Download über BORIS.NRW ist kostenlos. Stellt die Geschäftsstelle ein Exemplar bereit, kostet das 54 Euro.

Wann erscheint der nächste Bericht?

Jährlich, üblicherweise Ende März, mit den Zahlen des abgeschlossenen Vorjahres.

Finde ich meinen Stadtteil im Bericht?

In der Regel ja: Der Bericht gliedert nach den neun Stadtbezirken und darunter nach Stadtteilen, sofern mindestens drei auswertbare Kaufverträge vorliegen.

Warum weichen die Zahlen von Immobilienportalen ab?

Portale zeigen Angebotspreise, der Gutachterausschuss beurkundete Kaufpreise. Dazwischen liegt die Verhandlung.

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Der Beitrag informiert allgemein; eine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung im Einzelfall ersetzt er nicht.

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