Ratgeber

Immobilien abschreiben in Köln: AfA, Sonder-AfA und Restnutzungsdauer

Mieteinnahmen sind steuerpflichtig – der Wertverzehr des Gebäudes mindert sie aber Jahr für Jahr. Welche Abschreibung Ihnen zusteht und wie Sie sie ausschöpfen.

Das Prinzip

Ein Gebäude verliert mit der Zeit an Wert. Steuerlich wird dieser Wertverzehr als Absetzung für Abnutzung, kurz AfA, berücksichtigt: Vermieter verteilen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Gebäudes über eine gesetzlich vorgegebene Zahl von Jahren. Der Grundstücksanteil ist davon ausgenommen.

Fertigstellung des GebäudesAfA-Satzentspricht einer Nutzungsdauer von
vor 19252,5 % pro Jahr40 Jahren
1925 bis 20222 % pro Jahr50 Jahren
ab 20233 % pro Jahrrund 33 Jahren
Betriebsgebäude ohne Wohnzwecke (Bauantrag nach März 1985)3 % pro Jahrrund 33 Jahren

Sonderfälle mit höheren Sätzen

Wer neue Mietwohnungen baut oder kauft, kann unter bestimmten Bedingungen – etwa begrenzten Baukosten und einer Vermietung über mindestens zehn Jahre – vier Jahre lang zusätzlich je 5 Prozent absetzen (§ 7b EStG).

Deutlich schneller geht es bei Baudenkmalen und bei Häusern in förmlich festgelegten Sanierungsgebieten: Die Kosten der begünstigten Sanierung werden als Vermieter in zwölf Jahren vollständig abgeschrieben, als Selbstnutzer zu 90 Prozent in zehn Jahren. Wie sich die Sätze verteilen und welche Bescheinigung nötig ist, steht in unserem Beitrag zur Denkmal-AfA.

Kommt es zu einer außergewöhnlichen technischen oder wirtschaftlichen Abnutzung, lässt sich zusätzlich eine Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung geltend machen.

Restnutzungsdauer-Gutachten: mehr AfA für ältere Häuser

Nicht jedes Haus hält so lange, wie die Pauschalsätze unterstellen. Endet seine tatsächliche Nutzungsdauer früher, erlaubt das Einkommensteuergesetz eine entsprechend höhere Abschreibung (§ 7 Abs. 4 Satz 2 EStG). Den Nachweis liefert ein Gutachten zur Restnutzungsdauer.

Was das bringen kann

Ein Beispiel: Auf ein Gebäude mit 600.000 Euro Anschaffungskosten entfallen bei 2 Prozent jährlich 12.000 Euro AfA. Bescheinigt ein Gutachten eine Restnutzungsdauer von 40 Jahren, steigt die AfA auf 15.000 Euro. Bei einem Steuersatz von 42 Prozent sind das rund 1.260 Euro weniger Steuern pro Jahr. Je kürzer die Restnutzungsdauer, desto größer der Effekt.

Kosten

Mit etwa 900 bis 1.800 Euro ist für ein Gutachten über eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus zu rechnen; Mehrfamilienhäuser kosten mehr. Wer vermietet, setzt die Kosten meist als Werbungskosten ab. Der Aufwand rechnet sich vor allem bei alten Gebäuden, bei Investitionsstau und wenn der Gebäudeanteil am Kaufpreis hoch war.

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Der Beitrag informiert allgemein; eine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung im Einzelfall ersetzt er nicht.

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