Kurzüberblick
- Verabschiedet: 10. Juli 2026 von Bundestag und Bundesrat
- Verkündet: 28. Juli 2026, Bundesgesetzblatt Nr. 226
- In Kraft: erste Regelungen seit 29. Juli 2026, weitere später
- 65-Prozent-Regel für neue Heizungen: gestrichen
- Gas- und Ölheizungen: wieder erlaubt; bei Neueinbau in Bestandsgebäuden gilt ab 2029 die Bio-Treppe
- Betriebsverbot für alte Heizkessel: gestrichen
- Heizbrennstoffe ab 2045: vollständig klimaneutral über eine gesetzliche Quote (§ 42a GModG)
- Förderung (BEG): läuft weiter, neue Bedingungen seit 21. Juli 2026
Von der 65-Prozent-Regel zur Bio-Treppe
Das Gebäudeenergiegesetz von 2024 verlangte, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden – in bestehenden Gebäuden allerdings erst nach Fristen, die an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt waren. Diese Vorgabe gibt es nicht mehr. An ihre Stelle tritt für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 in Bestandsgebäude eingebaut werden, eine Pflicht mit steigenden Stufen: Ein Teil der Wärme muss aus Bio-Brennstoffen oder Wasserstoff kommen (§ 43 GModG).
| Jahr | Pflichtanteil |
|---|---|
| 2029 | 10 % |
| 2030 | 15 % |
| 2035 | 30 % |
| 2040 | 60 % |
Bestehende Heizungen
Eine Heizung, die funktioniert, darf weiter betrieben werden. Die Paragrafen 71 bis 73 des alten GEG sind entfallen – und mit ihnen die Anforderungen an neue Heizungsanlagen und das Betriebsverbot für ältere Kessel, einschließlich der bisherigen Austauschpflicht nach 30 Jahren. Auch das Enddatum 2044 für fossile Brennstoffe ist gestrichen; stattdessen soll ein bis zum 1. Dezember 2026 angekündigtes Gesetz dafür sorgen, dass Brennstoffe für Heizungen ab 2045 vollständig klimaneutral sind (§ 42a GModG).
Was sich für den Immobilienmarkt ändert
Die Reform bringt vor allem Planungssicherheit. Eigentümer können beim Tausch der Heizung zwischen verschiedenen Techniken wählen. Verkäufer von Häusern und Wohnungen mit älterer Gas- oder Ölheizung spüren weniger Druck, vor dem Verkauf zu sanieren – das kann sich in der Preisverhandlung auszahlen.
Käufer sollten dennoch genau hinsehen: Alter und Zustand der Anlage entscheiden, wann Kosten anfallen, und bei einer nach dem 29. Juli 2026 eingebauten Gas- oder Ölheizung wächst der vorgeschriebene Anteil an Bio-Brennstoffen oder Wasserstoff mit den Jahren. Der Energieausweis bleibt beim Verkauf und bei der Vermietung Pflicht.
In der Bewertung berücksichtigt
Heizung und energetischer Zustand gehören zu den Punkten, die bei der Bewertung einer Immobilie immer mit betrachtet werden – gerade jetzt, da sich die Rechtslage geändert hat.
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Der Beitrag informiert allgemein; eine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung im Einzelfall ersetzt er nicht.
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